Schon
von altersher war in der Umgegend bekannt, daß in diesem Tale
eine Quelle mit salzig schwefligem Geschmack entsprang, die wohl auch
schon den Namen des Dorfes selbst beeinflußt haben dürfte.
Urkundlich erwähnt wird dieselbe zuerst im Jahre 1742.
An
Versuchen, diese Quelle auszunutzen und als Heilwasser zu verwerten,
hat es nicht gefehlt, doch haben dieselben aus Mangel an
Unternehmungsgeist und Geldmitteln zu einem Resultate nicht geführt.
Erst Hauptmann a.D. Theodor HOFFMANN
auf Burg Berwartstein – Pfalz, der im Jahre 1899 die Quelle
erwarb, ist es gelungen, den Schatz zu heben. Der Geheime
Oberbergrat, Professor Dr. Richard Lepsius in Darmstadt erstattete
nach gründlicher geologischer Durchforschung des Quellengebiets
ein Gutachten, und es wurde daraufhin zunächst das der Quelle
sich beimengende Süßwasser von derselben durch Anlegung
eines eigenen Stollens abgeschlossen. Doch entsprach die nunmehr
isolierte Quelle, sowohl was Ergiebigkeit wie auch Qualität des
Wassers anbetraf , den gehegten Erwartungen nicht. Es wurde deshalb
in ihrer unmittelbaren Nähe eine Neubohrung vorgenommen, welche
in 281 m Tiefe ein sehr kohlensäurereiches, salzhaltiges
Heilwasser von 15° C. Wärme erschloß, die
„Barbaraquelle“.
Um aber zu Badezwecken ein noch wärmeres Wasser zu erzielen, wurde in den Jahren 1903 - 06 eine zweite Bohrung vorgenommen, welche in 449 m Tiefe ein Thermalwasser von am Ausfluß 28° C. in Sprudelform zu Tage förderte, die im Vergleich zur Barbaraquelle weit stärkere und zu Heilzwecken ungleich wichtigere „Leonorenquelle“. Von diesem Zeitpunkt an beginnt die eigentliche Geschichte des Bades Salzig, dessen Ausbau sofort energisch in die Hand genommen wurde. Große Schwierigkeiten waren zu überwinden. Um ein geeignetes Terrain für Kuranlagen zu gewinnen, erwiesen sich umfangreiche Erdaufschüttungen neben der Trockenlegung sumpfiger Partien als notwendig. Ein schöner Bestand alter schattenspendender Bäume kam der ganzen Anlage zu gute und vereinigte sich in glücklichster Weise mit den neu angelegten Anpflanzungen und Promenadenwegen in der Umrahmung der das Tal umgebenden Gebirgspartien zu einem landschaftlich im höchsten Grade ansprechenden, schönen Bilde.
Soweit ein Bericht aus den 20er Jahren.